Und es hat BAM! gemacht

Workshop Review

Nach wochenlangem Warten war es endlich soweit. Der Anfänger-Workshop von Roman Lappat aka Jarhead rückte in greifbare Nähe.

Zusammen mit Count Zero sammelten wir Roman und Raffa am Flughafen Hamburg ein. Kurze Verwirrung: Richtiger Flug? Laut Anzeigetafel hatte der Flug scheinbar 30 Minuten Verspätung. Ärgerlich, parkten wir doch auf einem Kurzparker-Platz, für welchen wir bereits saftige 3,- € für 30 Min. gelöhnt hatten. Also raus und umparken.

Zurück am Terminal noch mal auf die Tafel geschaut: „Hey, da kommen 2 Flieger aus München…“. Wir standen am falschen Terminal, der Flug kam zur rechten Zeit und wir hatten uns lediglich verguckt. Alles gut, ruhig blut… ab zum anderen Terminal. Dort haben wir auf die beiden Workshopleiter gewartet. Nach herzlicher Begrüßung sind wir dann gen Ausgang getrottet. Dort angelangt mussten wir eine kurze Pause für die Raucher einlegen. Als wir dann wieder los wollten stellten wir fest, dass einer der Figurenkoffer fehlte… den haben wir einfach am Ausgang stehen gelassen – das hätte sicher eine Menge Frust bereitet. Also 5m zurück, Koffer eingesammelt und ab zum Auto.

Der Kofferraum war zwar nicht klein, aber für all das Gepäck der beiden Reisenden sowie den Malutensilien für den Workshop von mir und dem Count Zero doch zu klein. Kurze Panik machte sich in mir breit: Was nun? Gemeinsames umräumen und neu verstauen hat aber den notwendigen Platz geschafft. Los geht`s, auf zur Workshop-Location, dem Wudao Hamburg.

Ich bin aufgeregt!


Der erste Abend

An der Kung-Fu-Schule angekommen haben wir erstmal freundlich alle begrüß. Alte und neue Gesichter, ein großes Wirrwarr aus Kisten und Koffern. Etwas unsicher doch weiterhin voller Vorfreude ging es dann in den eigentlichen Raum des Workshops, den uns Heiko, der Inhaber der Schule, freundlicherweise zur Verfügung stellte.

Dort begrüßte Roman nochmals offiziell alle Teilnehmer. Anschließend ging es an den Aufbau des Arbeitsplatzes für das kommende Wochenende. Also ab in den Keller, Stühle, Tischplatten und Holzböcke schleppen. Dank gut 30 tatkräftigen Helfern war dies schnell erledigt.

Der Workshop beginnt mit einem Vortrag von Roman über das bemalen von Miniaturen selbst, die Erwartungen eines jeden sowie einer klassischen Farblehre.

Danach ging es an die Workshop-Figur: Eine Daemonette von Games Workshop. Ein Modell, an dem sich all das vermittelte wissend des Wochenendes perfekt erklärt und testen lässt. Ein jeder hatte nun ausreichend Zeit, um sich diese aus den unzähligen Gussrahmen zusammenzustellen, Gussgrate zu entfernen und anschließend zusammen zu kleben.

Der nächste Teil befasste sich mit dem Basebau. Hier ging Roman auf einige wichtige Dinge ein, die die Komposition und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten betrifft. Auch sprach er über die Verwendung diverser Materialien und seinen eigenen Erinnerungen an diese, z.B. einen alten Kerzenständer, welcher ihm einige Tropfen Blut gekostet hat, ein großer Turm, welcher versehentlich herunterfiel und zerbrach und erst dadurch und immer noch Verwendung fand…und schon waren wir mitten in der Gestaltung des erhaltenen Sockels.

Die Sockel stammen vom Sockelmacher. Dieser war persönlich anwesend und wurde jede Stunde mehrfach wegen seiner qualitativ hochwertigen und tollen Sockel erwähnt. Letzten Endes hatten wir uns auch alle einen Spaß damit erlaubt.

Nach weiteren interessanten Vorträgen endete der erste Abend gegen 1:00 Uhr. Ab ins Bett – an Schlaf war kaum zu denken, hatte der Roman uns doch so viel eingetrichtert, dass ich im Bett alles nochmals vor den Augen abspielen musste.


Der zweite Tag

Nachdem Roman uns am Morgen versicherte, dass wir gegen Mittag endlich auch an der Miniatur malen dürfen, zog sich dieser unendlich in die Länge. Wollte doch jeder wissen, wie Roman seine Miniaturen bemalt und dies auch selbst versuchen.

Aber vorerst ging es an das Grundieren der am Vorabend gestalteten Base sowie weitere Theorieteile. Falls ihr euch wundert: Ich gehe bewusst nicht auf die Details der Vorträge von Roman ein, da diese auch einen gewissen Reiz auf mich ausgeübt haben (Was wird er uns erzählen, und wie macht er das?). Ich hoffe, dass ich diesen Reiz von euch damit auch weiterhin erhalten kann, damit auch ihr einen seiner Workshops besucht und genießen könnt.



Es war soweit, endlich Farbe an die Pinsel und somit auch die Base bringen. Als Roman uns zeigte, wie er dies macht dachte ich erst: Puh, ganz schön chaotisch… aber echt cool! Im Nachhinein kann ich sagen: Ja, das ist vielleicht etwas chaotisch, dennoch weiß ich genau, was ich da tue. Somit lässt es sich vielleicht als geordnetes Chaos bezeichnen…? Oder einfach nur: Ich male jetzt anders als vorher, spare viel Zeit und erhalte dabei auch noch ein viel besseres Ergebnis. Was will man mehr? Ich habe noch nie zuvor eine Base in so kurzer Zeit so gut bemalt. Ich war stolz auf mich! Und dankbar, dass Roman mir diesen Weg aufgezeigt hat.

Wisst ihr, was jetzt kam? Genau… noch ein Vortrag, dieses mal aber vielmehr zum inspirieren und bekräftigen der Farbwahl für die Daemonette, denn nach der anschließenden Mittagspause ging es an die Figur!

Begonnen wurde mit der Grundfarbe nach vorher erlerntem Schema und dem anschließenden skizzieren von Licht und Schatten. Erst an den Beinen und im Laufe des Tages auch an allen anderen Teilen der Figur. Warum wir an den Füssen begannen? Ganz einfach: Diese sind weitab des Gesichts, welches den Fokus der Figur bilden sollte. Fehler, die dort gemacht werden, fallen später nicht so sehr ins Auge.

Es folgten weitere Vorträge… und keiner(!) davon war langweilig! Dies lässt Romans Workshop deutlich von allen anderen, nicht Miniaturbezognen Workshops abheben, welche ich bisher besucht habe.


Zu späterer Stunde kam bei vielem Frust auf. Das neu erlernte wollte sich nicht so umsetzen lassen, wie man es erwartet hatte. Auch mir ging es so. Ich habe au Frust eine kurze Zwangspause eingelegt. Roman erklärte mir dann, wieso dieser Frust bei fast allen aufkommt und wie man diesen „umgehen“ kann.

Der Tag endete (entfrustet) gegen 23:30 Uhr mit dem Pflichtteil. Morgen sollen dann Metallics, Farbübergänge und weiteres folgen. Ich bin weiterhin aufgeregt,  zu viel Wissen in so kurzer Zeit. So viele nette Maler auf einen Haufen…ich bin überwältigt – und vollkommen K.O.


Der dritte Tag

Voller Tatendrang und Motivation begann der letzte Tag des Workshops. Die Daemonette sieht aus, als würde heute keiner soweit kommen, diese fertig zu stellen. Das ist aber auch gar nicht das Ziel, dies konnte Roman gar nicht oft genug betonen:

„Merkt euch, dass keiner die Miniatur am ende des ages fertig bemalt hat. Ihr werdet alle nur zu ca. 80-90 % fertig werden.“

De Sonntag war sehr abwechslungsreich. Neben kleinen Vorträgen zu einzelnen Vorgehensweisen bei der Bemalung gaben Roman und Raffa immer wieder Ratschläge und Tipps, wie sich dieses oder jenes einfacher durchführen lässt. Sie ließen es sich auch nicht nehmen, an den Daemonetten der Teilnehmer herumzumalen, um den richtigen Weg aufzuzeigen.

Der Fortschritt an der Daemonette ließ sich mit jeder Stunde deutlich erkennen. Roman gab uns häufig Zeitvorgaben, in denen wir etwas bis zu seinem nächsten Vortrag erledigen sollten. Oft war der erste Gedanke: Puh, das ist ganz schön eng. Aber am Ende hat es doch gereicht. Das neu erlernte hat das Malen um ein vielfaches beschleunigt, gepaart mit der hohen Motivation, die er beständig vermittelte und forcierte und dem ständigen Austausch mit den anderen Teilnehmer  war es pure Lust am Malen.

Am Ende des Workshoptages waren die Miniaturen aller Teilnehmer zu ca. 80-90 % fertig… so, wie Roman es uns mehrfach gesagt hat. Ich war und bin noch immer begeistert. Ich habe in so kurzer Zeit noch nie eine Miniatur auf einem solchen Standard bemalt. Nach einem Schlusswort gab Roman jedem Teilnehmer nochmals ein Einzelfeedback sowie einige persönliche Worte mit auf den Weg.

Der Workshop hat sich für alle rentiert. Und ich würde allein für das Event selbst, zu welchem er diesen Workshop gemacht hat, immer und immer wieder besuchen.

Ich denke, dass es an der Zeit ist, euch meine Daemonette zu präsentieren. Auch, wenn sie noch nicht fertig ist, möchte ich es mir nicht nehmen lassen, euch den bisherigen Stand zu zeigen:





Mit diesem Bld möchte ich mein kleines Review abschließen und euch in Romans Namen zu seinen epischen Workshops einladen. Es lohnt sich… und hat einfach nur BAM! Gemacht

Anbei noch einige Bilder des wahrlich gelungenen Wochenendes:

























1 comment:

  1. Big Kong Fu bow in your direction! Danke für die Review - es hat mich sehr gefreut den Kurs nochmal aus deiner Sicht lesen zu dürfen und ebenso war es mir eine Freude Dich endlich mal in Echt kennengelernt zu haben! Auf bald!

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