Farbenlehre


Grund
Ich glaube jedem ist klar, dass Farben verschiedene Wirkungen erzeugen und es gibt viele Ansätze diese zu erkären. Da ich ein naturwissenschaftliches Studium habe und in der Physik das Thema Optik behandelt wird, habe ich auch Vorlesungen zur Farbenlehre gehabt. Ich werde also versuchen es ein wenig naturwissenschaftlicher zu erklären, obwohl ich selber sehr oft nach Bauchgefühl male.

Ich denke auch, dass jeder ein gewisses Gefühl dafür hat, welche Farben gut zusammen passen und welche nicht. Dennoch schadet es nicht, sich das eine oder andere Mal etwas bewusster zu machen.

Farbenlehre
Intensität
Nicht jede Farbe wirkt gleich, das dürfte dem einem oder anderen aufgefallen sein als er mal versucht hat etwas Gelbes zu blenden und sich denkt warum klappt das nicht so gut.

Der Grund dafür ist ganz einfach das menschliche Auge. Unser Auge ist dem Lichtspektrum der Sonne angepasst und nimmt ein gewisses Teil davon als den sogenannten "Sichtbaren Bereich (VIS)" war. Über dem VIS liegt dann noch der "Infrarote Bereich (IR)" und unterhalb der "Ultraviolette (UV)" und sind für den Menschen nicht mehr sichtbar. Das Lichtspektrum hat bestimmt auch jeder mal in einem Regenbogen oder durch Kristall in der Sonne gesehen. Wer sich dennoch mal dies noch weiter ansehen möchte, kann sich das am besten mit einem Prisma und Sonnenlicht weiter verdeutlichen.

Wie man im Lichtspektrum erkennen kann liegt der Grüne und Gelbe Bereich sehr in der Mitte und das menschliche Auge hat drei Bereiche der Farbwarhnehmung. Dabei ist der Grüne inkl Gelbe am stärksten und liegt in der Mitte. Der blaue Bereich links und der rote Breiche rechts erkennt das Auge nicht mehr so gut.

Am besten kann man dies verdeutlichen in dem man einen grünen und roten Laserpointer mit der gleichen Intensität auf eine Wand richtet. Dabei wirkt aber der Grüne trotzdem heller als der Rote. Leider habe ich beide nicht zur Verfügung und habe es mal versucht mit unentsättigten Farbklecksen probiert darzustellen. Hoffe es ist so auch ein wenig mehr klar.

Einfach gesagt Grün/Gelb wird besser vom Auge erkannt als Rot und Blau, dass impliziert dass Farbverläufe/Blendings in Grün/Gelb schwieriger sind, da wir einfach die Fehler besser erkennen.

Zudem kann man auch gezielt mit Grün und Gelb bestimmte Bereiche an der Mini stärker hervorheben.

Additive und subtraktive Farbmischung
Hier will ich euch noch die zwei verschiedenen Arten der Farbmischungen kurz vorstellen.
Rot - Grün - Blau: Farbaddition
Ergeben zusammen Weiß.
Wird z. b. bei Beamer verwendet

Gelb - Magenta Cyan: Farbsubtraktion
Ergeben zusammen Schwarz.
Wird z. B. beim Drucker verwendet.
Ist also das was man auch zum malen verwendne kann, da Weiß nur mit Lichtüberlagerungen erzeugt werden kann.

In diesem Link sieht man anhand der Bilder schön wie die Farbmischungen aussehen.

Komplimentärfarben
Die Farbenlehre habe ich auch in den Workshops kennen gelernt. Dabei hat Jarhead einen Farbkreis von Itten benutzt, den ich für Erkärungen sehr hilfreich finde. Georc hingegen uns den Farbkreis von Küpper vorgesetzt. Beide haben für mich ihre Berechtigung. Der von Itten ist eher durch ausprobieren entstanden und der von Küpper auf einer wissenschaftlichen Grundlage (Wellenlängen). Im Internet gibt es noch viele verschiedene Farbkreise und Programme, aber ich denke da sollte sich jeder selber seine Favoriten raussuchen.

In dem fortgeschrittenen Kurs von Georc hat er uns versucht den Farbkreis anhand der Wetpalette nochmal zu verdeutlichen. Jarhead hat einen ähnlichen Ansatz den ich genauso sinnvoll finde. Ich finde es nur wichtig das sich jeder einmal bewusst gemacht hat wie man Farben mischt :).

Hier habe ich dann auch den Farbkreis von Küpper als Hilfestellung genommen und mir dazu die Farben ausgesucht. Immer die gegenüberliegenden sind die Komplimentärfarben. Das bedeutet diese Farben haben den höchsten Kontrast zueinander und wirken zusammen sehr gut. Hinzu kommt, dass wenn man beide mischt sie sich gegenseitig entsättigen.
Hier dann von jeder Farbe ein Tröpfchen auf der Wetpalette.
Hier sieht man wie ich die Zwischentöne 1:1 zusammengemischt habe und somit wieder zwei neue Komplimäterfarben entstehen.
Und nochmal alle Zwischentöne zusammen gemischt. Das Lila und das Cyan sollte ein wenig blauer werden, kann aber halt auch daran liegen das die Farben nicht ganz optimal ausgewählt wurden. Man könnte an der Stelle natürlich noch viel weitere Zwischentöne erstellen mit anderen Mischverhältnissen wie 2:1, 3:1 usw. aber ich hoffe das Prinzip ist auch so verstanden.
Ansonsten sei noch zu den Komplimentärfarben gesagt, dass sich jeder einmal besser die Natur ansehen sollte, es ist wirklich erstaunlich wo man überall dieses wieder sieht ;). Zudem kann sich auch jeder Werbung ansehen, am einfachst finde ich dabei Printmedien und sieht dort auch gezielt mit Farben bzw. Koplimentärfarben gearbeitet wird.

Warme/Kalte Farben
Warme und klate Farben finde ich kann man sich schön mit dem Farbkreis von Küpper verdeutlichen, der in diesse zwei sparten eingeteilt ist.

Generell kann man finde ich sagen Rot und die dran anliegenden Farbmischungen sind warm und gehen in den Vordergrund. Und kühl sind Blau und die daran anliegenden Farbmischungen.

Dadurch ist es möglich den Fokus gezielt zu setzen wohin man ihn haben möchte. Zudem kann man gezielt eine bestimmte Atmosphäre erzeugen die man erzielen will. So kann man z. B. auch Gut und Böse besser unterstreichen.

Gesättigt/Entsättigt
Den Begriff "entsättigt" kann man sich am besten verdeutlichen durch augewaschene Klamotten :).

Ja Farben kann man auch entsättigen, nicht nur aus dem Farbtopf malen ;). Der Grund dafür ist das es einfach eine natürlichere Wirkung gibt wenn man zum teil seine Farben ein wenig entsättigt.

Ich entsättig eigendlich immer meine Farben, vorallem umso weiter unten sie bei der Mini sind. So dass ich mehr Fokus auf den oberen Teil bekomme. Bzw. bei Rot wo die Highlights nicht so Hoch sind geh ich von von oben gesättigten Rot über in entsättigtest Rot in die Schatten. Mehr dazu aber später in Tutorial Farben.

Zum Entsättigen, kann man Weiß, Schwarz und die Grautöne dazwischen benutzen.

Hier habe ich als Beispiel die Farbe Regal Blue benutzt um zu verdeutlichen wie die Farbe mit verschiedenen Grautönen entsättigt wirkt.
Hier das gemischte Egebnis dazu.

Hier sei gleich noch dazu gesagt, dass das mit den Grautönen bei Rot nicht klappt, das wird Rosa ;). Ich nehme für Rot zum entsättigen Graveyard Earth von GW oder English Uniform von Model Color/Vallejo her.

Entsättingen mit Komplimentärfarben
Wenn einem auf der Mini eine Farbe zu stark wirkt kann man dieses auch mit einer bzw. meherer Lasuren mit der Komplimentärfarbe entsättigen. Bei Grün z. B. mit rötlichen Brauntönen. Nutze ich oft um so den Fokus besser auf bestimmt Punkte zu ziehen. Genauso kann man auch mit nicht entsättigten Farben Lasuren drüber ziehen um sie wieder kräftiger zu machen.
Zu Lasuren kommt noch ein extra Tutorial.

Hier dann noch ein Beispiel mit Grün ich hoffe so ist es verständlich. Einmal mit Grau und einmal mit der Komplimentärfarbe zum Entsättingen.

und hier dann gemischt und die Ergebnisse sind sehr ähnlich.
 
Fazit
Ich hoffe meine etwas naturwissenschaftlicher angehaucht Erklärung macht es dem einem oder anderem verständlicher. Ich habe es jedenfalls versucht mit so wenig Fachausdrücken wie möglich zu beschreiben :). Zudem sei auch noch gesagt wenn ihr euch Theorie dazu anschaut, funktioniert das eine oder andere wie z. B. Weiß mischen nur mit Licht.

3 comments:

  1. Leider kann man die Farbenlehren (sei es Küpper, sei es Itten etc.) nicht 1:1 auf die üblichen Acrylfarben übertragen, die wir zum Figurenmalen verwenden. Die Farblehren sind ausgelegt auf pigmentreine Farben, wie es die meisten Ölfarben sind. Die Acrylfarben der gängigen Hersteller (Andrea, Vallejo, GW) sind aber zumeist bereits aus verschiedenen Pigmenten angemischt (enthalten etwa Weiß oder Schwarz), so dass sich beim weiteren Mischen oft ungewünschte und nicht vorhersehbare Effekte ergeben.

    ReplyDelete
  2. Das mit den pigmentreinen Farbe ist so auch nicht ganz richtig. Da man mit Farbe nie Weiß zusammenmischen kann, sondern nur mit Wellenlängen von Licht. Habe ich ja auch angedeutet.
    Aber danke für deine Anregung, aber wie ich auch geschrieben habe geht es mir einfach darum mal Farben zu mischen, um ein Ergebnis selbst zu sehen. Wenn ich alle nötigen Ölfarben in die Finger mal bekomme werd ich das aber auch mal testen.

    ReplyDelete
  3. Pigmentreine, denn überhaupt pigmentierte Farben spielen nur bei subtraktiver Farbmischung eine Rolle. Insofern dachte ich nicht, dies noch ausdrücklich klarstellen zu müssen. Es kommt also überhaupt nicht darauf an, ob man damit Weiß "ermischen" könnte ;-)

    ReplyDelete